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9 Gründe, warum die Konmari-Methode (Marie Kondo) NICHT für jeden funktioniert

Der Hype um Marie Kondo und ihre Konmari-Methode ist auch an mir nicht einfach vorbeigegangen. Spätestens als auf Netflix eine Art “Marie Kondo Reality-Show” (oder ist es eher eine “Doku-Soap”?) startete und viele Medien darüber berichteten war das Thema in aller Munde.

Auch lasse ich mich immer gerne inspirieren von Themen rund um Arbeitserleichterung im Haushalt und Ausmisten. Somit habe auch ich das Thema Konmari mit Spannung verfolgt und auch User-Feedback zur Marie-Kondo-Methode in unseren Facebook-Gruppen beobachtet und ausgewertet.

Das “perfekte Ausmist-Konzept”, das auf jeden Menschen übertragbar ist, gibt es nach meiner Auffassung gar nicht. Dafür sind wir einfach zu unterschiedlich, befinden uns in diversen Familien- und Wohnsituationen, leben in unterschiedlichen Kulturkreisen, haben verschiedene Jobs und Arbeitszeiten, eine andere Freizeitgestaltung etc. Doch hat jeder der Ausmisten möchte die Möglichkeit, aus den unterschiedlichen Konzepten das herauszuziehen, was ihn persönlich anspricht und ihm das Ausmisten sowie Organisieren erleichtert.


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Wie funktioniert Ausmisten nach Marie Kondo eigentlich?

Im Prinzip wird pro Kategorie alles in einem Zimmer zusammengetragen, um sich dem Volumen bewußt zu werden. Dann muss jedes einzelne Teil in die Hand genommen werden und – je nach dem, ob es ein Glücksgefühl (“Does it spark joy?”) auslöst, oder nicht – auf einem Stapel abgelegt. Behalten – entsorgen – weiß noch nicht…

Marie Kondo stellt in Aussicht, dass man quasi nicht mehr aufräumen muss, wenn man nach ihrer Methode vorgeht. Die Aussage, nur das zu behalten was glücklich macht, schließt zwar auch Dinge ein, die gebraucht oder genutzt werden, in der deutschen Ausgabe des Buches liest sich das jedoch leider nicht so, was oft zu Missverständnissen in der Auffassung führt.

Nach einer Umfrage in unserer geschlossenen Facebook Gruppe* sind wir auf die folgenden 9 häufigsten Aussagen gestoßen, die sicher auch dir schnell aufzeigen werden, ob Magic Cleaning – so heißt Marie Kondos Buch – das richtige für dich ist.

Tipp: *Willst du dich mit 30.000+ Gleichgesinnten über das Thema Ausmisten (Marie Kondo & Co.) austauschen? Komme jetzt in meine Facebook-Gruppe…

1. Wegwerfen – Nein Danke!

Noch in der ersten Ausgabe des Buchs vermittelt und dadurch in vielen Köpfen manifestiert ist die Aussage, aussortierte Dinge einfach wegzuwerfen. Viele können sich nicht damit anfreunden, guterhaltene, noch intakte Gegenstände in die Tonne zu geben. Noch dazu, wenn diese in der Anschaffung teuer waren und sie ein anderer weiterverwenden könnte. Gerade in unserem Kulturkreis ist Verkaufen oder Verschenken / Spenden eine wichtige Alternative.

2. Mit Kleidern sprechen?!

Darf ein Teil gehen, soll man sich laut Kondo bei diesem Bedanken und schon hier beginnt das Gefühl der Befremdlichkeit. Der Dank soll die Wertschätzung für den Gegenstand ausdrücken, aber auch unser Gewissen erleichtern, Dinge loslassen zu können. Viele Menschen empfinden es als seltsam, mit ihrem Hab und Gut zu sprechen, als wären diese Menschen. Dieses Vorgehen ist also wieder kulturabhängig umsetzbar.

3. Wer will denn so viel Zeit mit Falten verbringen?

Die Konmari-Methode bietet einen ganz eigene Faltmethode an. Zudem wird geraten, Kleidungsstücke auch gefaltet stehend aufzubewahren. So seien sie besser sichtbar (in Stapeln vergisst man leicht Dinge, die nach unten wandern…).

Zwar gefällt vielen Lesern das Falten nach Marie Kondo auf den ersten Blick doch ist es in der Realität nicht immer umsetzbar. Ich lese immer wieder, dass viele keine Lust haben, jedes einzelne Wäschestück glatt zu streichen und mehrfach zu falten. Auch wird häufig gesagt, dass sich die Faltmethode nicht besonders gut mit kleinen Kindern umsetzen lässt.

4. Zu viel Druck

Wenn man eine Kategorie nicht in einem Zug bewältigen kann, hat man sogar noch mehr Chaos als zuvor. Am Beispiel Kleidung wird deutlich, dass man ganz schön viel zu tun hat, wenn man all seine Klamotten aus dem Schrank holt und aufs Bett wirft. Wer einen solchen Berg sieht, kann schnell überfordert sein: Was, wenn ich es heute nicht schaffe, alles zu sichten? Was, wenn mein Bett nicht bis zum Abend wieder frei ist? Und wenn ich das Ganze “umparke”, um schlafen gehen zu können, was für ein Gefühl wird es sein, morgen aufzuwachen und mich im Chaos wieder zu finden? Und unter dem Zeitaspekt betrachtet, sind solche Großaktionen im Alltag kaum machbar.

Gerade am Anfang benötigen viele von uns schnelle Erfolgserlebnisse, welche einfach durch kleine Ziele erreichbar sind. Beispielsweise, wenn man sich eine Schublade vornimmt oder einen Schrank. Das Ergebnis gibt sofort ein gutes Gefühl und beflügelt, weiterzumachen.

5. Eine Frage der Nachhaltigkeit

Es sieht schön aus, alles in einheitlichen Boxen zu verstauen, jedoch bleibt in Kisten versteckte Unordnung, weiterhin: Unordnung. Die Aufbewahrungsmöglichkeiten zu nutzen, die schon vorhanden sind, macht durchaus Sinn. Jedoch alles neu anzuschaffen um ein möglichst einheitliches und ästhetisches Gesamtbild zu schaffen, ist jedoch leider nicht besonders Ressourcen schonend und wurde daher von vielen bemängelt.

Anzumerken ist auch, dass Kondo in ihrem “Magic Cleaning” selbst davon schwärmt, dass sie am liebsten alte Schachteln zum Organisieren verwendet. Seit einiger Zeit versucht sie aber ihre neue Produktlinie an Boxen etc. teuer zu verkaufen. Ein totaler Widerspruch, der auch nicht bei allen Anhängern gut ankommt.

6. Unnötige Zeitfresser / zusätzliche Arbeit

Laut Magic Cleaning soll die Handtasche jeden Abend komplett aus- und wieder eingeräumt werden. Da viele Frauen Organizer in ihren Handtaschen nutzen oder aber ohnehin nur Dinge darin verstauen, die tatsächlich gebraucht werden, wurde diese „Regel“ als unnötig beanstandet.

7. Nicht immer erleichtert Minimalismus den Alltag

Ich bin voll dabei, wenn es darum geht, drei von vier Flaschenöffnern, die sich im Haushalt befinden, auszusortieren und nur den besten zu behalten. Was aber, wenn du ein handwerkliches Hobby hast und nur noch eine Schere im Haus ist? Darf das Kind diese dann mit zur Schule nehmen? Hat sie einen festen Platz im Kreativ-Raum und du musst zum Öffnen einer Müslitüte nun immer durchs halbe Haus laufen?

8. Stress mit Partner / der Familie

Die Konmari-Methode mag anfangs sehr motivierend sein, jedoch neigen wir Frauen schnell dazu, unser Ding einfach durchziehen zu wollen, auch wenn unser Partner oder der Rest der Familie nicht mitzieht. Es ist ganz wichtig, dass du dich beim Ausüben deiner Ausmistlust, ausschließlich auf deine Sachen konzentrierst. Möchte dein Partner / die Familie mitziehen, ist das super, wenn überhaupt nicht oder noch nicht, dann solltest du das akzeptieren. Auf keinen Fall sollten wir die “Areale” anderer einfach angehen und deren Dinge unbefragt entsorgen.

9. Falsche Erwartungen

Wer die Serie „Aufräumen mit Marie Kondo“ auf Netflix verfolgt hat, sieht verzweifelte Menschen, schlecht laufende Ehen und eine Menge Unordnung. Am Ende der Sendung sind all diese Dinge ins Positive gewandelt. Doch sind das komplexere Themen, die man mit ein bisschen “Magic Cleaning” allein nicht verändern kann. Und konkrete Ausmisttipps fehlten in den Serien bislang.

Deine persönliche Ausmist-Methode

Nüchtern beterachtet sollte man sich klar machen, dass die Japanerin Kondo aus einem völlig anderen Kulturkreis stammt und manche Tipps sicherlich auch daher befremdlich klingen (so bewahrt Kondo auch Karotten im Kühlschrank stehend auf). Vielleicht passt die Marie-Kondo-Methode für dich sehr gut – oder du nutzt nur Teile davon, die sich für dich stimmig anfühlen.

Ich, Claudia Windfelder (die “Haushaltsfee”), habe über mehrere Jahre mein eigenes Ausmistkonzept entwickelt und immer wieder angepasst und verfeinert. Als Schritt-für-Schritt-Methode biete ich diese in Online-Kursen an. Neben der gedanklichen Vorbereitung auf das Ausmisten wird jeder Raum des Haushalts durchgegangen und anhand von über 50 Checklisten wird jeder einzelne Schritt genau erklärt. Der Kurs ist für Einsteiger und Fortgeschrittene leicht nachvollziehbar und bietet die Möglichkeit nach eigenen Tempo in kleinen Einheiten (Checklisten) – egal ob nach Raum oder Kategorie – vorzugehen.

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Marie Kondo Magic Cleaning Methode

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Claudia Windfelder (Haushaltsfee)

Es macht mir großen Spaß, alles mögliche zu organisieren. Nicht alleine, weil mich eine perfekte Struktur glücklich macht, sondern besonders deswegen, weil ich so jede Menge Zeit habe für die Dinge, die mir wirklich Spaß machen. Meine Checklisten und Online-Kurse helfen auch dir im Haushalt – ich habe sie für dich entworfen!

  • Enny sagt:

    Vor einigen Jahren bin ich auf Flylady gestoßen, dann irgendwann hörte ich von Marie Kondo. Wirklich intensiv befasse ich mich erst seit kurzer Zeit mit der Konmari-Methode – da mir oft die Lust und Zeit zum Lesen fehlt, höre ich das Hörbuch.
    An vielen Stellen habe ich mir schon gedacht: “Ist ja gut und schön, aber…”
    Meine Klamotten habe ich zb schon vorher ziemlich minimiert – gut, bissl geht vielleicht noch.

    Prinzipiell finde ich es gut, radikal zu hinterfragen, ob einem etwas Freude bereitet oder aus welchem Grund ich es überhaupt aufbewahre, um unnötige Platzräuber wirklich auszumisten.

    Alles wegschmeißen? Ich will nachhaltiger werden und werfe dann Berge von Zeugs weg? Das ist für mich nicht stimmig. Bei manchem werde ich sicherlich schauen, ob ich mir den Zeitaufwand zumuten will, um es zu verkaufen, vieles werde ich aber sicherlich zum Verschenken (natürlich ohne Bedingungen ;-)) her geben. Zu klein gewordene Kinderkleidung an Tagesmutter/Krippe/Kindergarten spenden oder auf einem Kinderkleidermarkt zur Verfügung stellen oder eben auch im Verwandten-/Bekanntenkreis weiter geben. Ansonsten kommts in die Kleidersammlung.

    Ebenso werde ich in anderen Bereichen verfahren und einen gesunden Mittelweg zwischen den unterschiedlichen Methoden suchen und finden!

  • Mellinelschi sagt:

    Wer die Serie verfolgt hat weiß das auch die Probanden teilweise lange bei einer Kategorie ausgemistet haben.
    Niemand verlangt alles wegzuschmeißen, du kannst die Sachen verschenken, verkaufen. Ich finde es albern ihre Methode so auseinanderzunehmen. Kann doch jeder selbst entscheiden was oder wie er ausmistet. Ich finde sie sehr sympathisch, natürlich ist sie Geschäftsfrau. Wie andere hier auch. Vielleicht haben einige noch nicht genug ausgemistet wenn noch die Zeit besteht diese Methode auseinanderzu pflücken.

  • Katja sagt:

    Ich kenne beide Methoden. Beide haben Vor- und Nachteile. Selber war mir ziemlich rasch bewusst, dass ich nicht minimalistisch leben möchte. Ausmisten an für sich fällt mir nicht wirklich schwer. Nur alles sehe ich nicht ein zu “entsorgen”, egal ob entsorgen, verschenken oder zu verkaufen, nur weil ich es eine gewisse Zeit nicht benutzt/getragen oder sonst etwas habe. Ja, ich habe Geschirr für 6 Personen und bekomme selten Besuch. Na und? Es stört mich nicht. Oder Bekleidung. Ich habe Pflicht Dienstkleidung zu tragen, ergo bleibt sehr viel Kleidung lange im Schrank hängen, die ich nicht tragen kann deswegen. Deswegen “entsorgen” (oder verschenken/verkaufen)? Gerade bei Bekleidung, sehe ich es daher nicht ein. Dann dürften wir alle nicht einmal wirklich die Basics im Schrank haben, wie schlichte weiße Blusen/Hemden etc. Das Thema Organisation empfinde ich als wichtig. Das jedes Ding seinen Platz im Haushalt hat, finde ich gut. Weil ich selber merke, das ich früher gern es von a nach b geschoben habe. Und Routinen können interessant sein, aber ich teste dies seid über einem Jahr, doch wirklich funktionieren diese nicht. Gerade weil ich im Schichtdienst arbeite. Zum Frühdienst ist meine Nacht um 3 zu Ende, da brauche ich in einem Mehrfamilienhaus nicht durch die Wohnung flitzen. Und wenn ich nach Feierabend vom Spätdienst erst um 23 Uhr oder mit Pech später zuhause bin, sieht es ähnlich aus. Zudem im Dunkeln noch groß putzen, sehe ich nicht gerade als produktiv an. Es ist interessant zu sehen, wie immer mehr Leute auf die Welle des Minimalismus springen. Es gerade ein neuer Trend zu sein scheint. Ich mein, man sollte nicht zu 100% das eine oder andere umsetzen, sondern für sich das wichtigste herausziehen und seine eigene Methode entwickeln.

  • Lyllie sagt:

    Ich bin sechsfache Mama und immer etwas in der Gefahr in einen Messi-Haushalt abzurutschen, da ich, wie der große Rest der Gesellschaft, keine Millionärin bin und unser Heim entsprechend finanzierbar und daher kleiner ist. Unsere Kids teilen sich ihre Zimmer, aufräumen wurde oft zur Nervenzerreißprobe. Ich habe vor einigen Jahren mit “simplify your life” von Werner Tiki Küstenmacher begonnen, die Methoden funktionieren auch nur bedingt. Die Familie muss hier mitmachen. Die Marie-Kondo Methode habe ich nur kurz verfolgt; die Idee, Bekleidung gleich groß gefaltet und stehend unterzubringen ist kaum umsetzbar, da meine Schubladen nicht die nötigen Maße aufweisen und immer Platz übrig ist bzw. zu wenig, sodass Dinge aus einer Kategorie in andere Bereich “auswandern ” müssen, was wieder zu neuem Chaos führt. Ich habe die erstaunliche Erfahrung gemacht, dass meine Kinder – nachdem ich einfach angefangen habe, in den Zimmern auszuräumen und die Kinder die frei gewordenen Flächen begutachten konnten – selbst ans Werk gingen, weil ihnen der frei gewordene Platz einfach zusagte. Als ich dann die überschüssigen Sachen dem Kindergarten bringen konnte, fand alles eine sinnvolle Verwendung. Anstelle in Regalen vor sich hin zu stauben. Außerdem freuten sich die Kids über die weitere Verwendung und schaffen es jetzt, Ordnung zu halten! Ich brauch immer Anlaufzeit für eine solche Aktion, plane dies im Kopf durch, starte und bleibe konsequent dabei – ein Wochenende kann da Wunder wirken. In meinem Fall ist Aufräumen und Ordnung eine Bauchentscheidung und keine systematische Alltagsplanung. Das entspannt!

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