Mit dieser Strategie siehst du Land beim Ausmisten

Jetzt hast du dir das Rüstzeug und die Motivation zum Ausmisten erarbeitet. Heute zeige ich wichtige Tipps & Tricks, die dir dabei helfen, dein Zuhause von Gerümpel zu befreien und den gewonnenen Platz beizubehalten. Diese Techniken sind ganz einfach während des Ausmistens umzusetzen, so dass du einfach loslegen kannst.

Solltest du dich dennoch einmal überfordert fühlen, dann bist du nicht allein und es ist ganz normal. Der Kram, der über Jahre sichtbar oder unsichtbar verstaut wurde ist manchmal überwältigend. Glaube mir, Ausmisten ist ein Prozess und mit jedem Teil, das du ausmistest, wird dein Haushalt leichter, du wirst es merken.


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Ausmisten als Neubeginn

Erinnerst du dich noch daran als du in deine Wohnung / dein Haus gezogen bist und die Kisten und Möbel noch vor der Tür standen? Es war so viel Platz in den Räumen, an den Wänden etc. Doch nach dem Auspacken und der Rückkehr im Alltag war der „Traum“ vorbei. Alles musste schnell verstaut werden, unausgepackte Kisten stehen noch heute im Keller. Für Ausmisten war keine Zeit.

Wir werden in meinem Kurs für alle Bereiche deines Zuhauses eine Art “Neuanfang” machen. Indem wir uns einzelne Bereiche vornehmen, so als wäre es dein Einzugstag.

Wichtig dabei ist:

  • Nimm alles aus dem Bereich heraus, an dem du arbeitest. Sei es ein Schrank, eine Schublade oder Kiste.
  • Entscheide dann, was du behältst (nicht was du wegwirfst). Damit fällt dir die Entscheidung viel leichter was noch zu dir und deinem heutigen Leben passt. Und es funktioniert sehr effektiv, wenn du zunächst alles herausnimmst.

(Einen ganzen Raum auf einmal auszumisten ist eine echte Herausforderung. Arbeite dich deshalb in kleinen Einheiten vor)

Du selbst entscheidest, welche Dinge dein Leben unterstützen und bereichern. Und nur das solltest du auch behalten.

Bedenke auch, dass alles was dich umgibt, ein Stück weit deine Vergangenheit widerspiegelt. Frage dich, ob du die Person von damals noch bist, ob das noch dein Leben ist… Entsorge alles, was dich an deinem jetzigen Sein hindert.

Ausmisten ist Loslassen

Wenn wir den ganzen Kram rausgeräumt oder ausgekippt haben, müssen wir uns entscheiden, was wir mit den Dingen tun.

Wir können sie behalten, verkaufen, verschenken/spenden oder wegwerfen/entsorgen.

Dafür nutzen wir die 4-Boxen-Strategie. Halte dafür vier Behälter, Kartons oder Müllsäcke bereit. Markiere darauf den jeweiligen Zweck.

Die Teile, die du behältst, kannst du sofort wieder einsortieren, wenn sie in dem durchgearbeiteten Bereich am richtigen Platz sind.

Mit dem Rest gehst du wie folgt vor:

  • Behalten (aber an einen anderen Ort im Haushalt bringen)
  • Verkaufen (wird nicht mehr benötigt, ist aber noch gut in Schuss und kann verkauft werden)
    Es tut gut Dinge zu verkaufen die du nicht mehr brauchst und dafür noch einen dankbaren Abnehmer findest und Geld verdienst.
  • Verschenken/Spenden (wird nicht mehr benötigt, kann aber jemand anderes gebrauchen)
    Gebe das weiter, was noch in gutem Zustand ist, für dich aber nicht mehr nützlich oder was du nicht mehr magst.
  • Wegwerfen/Entsorgen (ist kaputt, für andere unbrauchbar, privater Papierkram etc.)
    Wirf alles weg, was offensichtlich Müll ist. Alles was keinerlei Wert mehr hat oder nicht repariert werden kann gehört in die Wegwerf-Box.

(Mit „Wegwerfen/Entsorgen“ meine ich natürlich, dass du es recyceln solltest, wenn es möglich ist)

Schaffe die „Verschenken/Spenden“-Box am besten täglich aus dem Haushalt. So verhinderst du, dass du es dir noch einmal anders überlegst oder Mitbewohner etwas zurückholen. Das Gefühl, dass du jemandem anderen etwas Gutes damit tust, kann das Loslassen sogar vereinfachen.

Du wirst merken, mit jeder Tüte / Box, die dein Zuhause verlässt, fühlst du dich erleichtert und kommst deinem Ziel näher.

Behalte nichts „für den Fall dass…“ oder „für später“. Meist treten diese Fälle nie ein. Und falls doch, kannst du dir das Teil bestimmt ausleihen.

Wenn du Zweifelsfälle hast, ob du etwas behalten möchtest oder nicht, kannst du dir noch eine weitere Kiste anlegen. Diese sollte dann aber verschlossen mit Datum versehen versteckt (Keller/Garage…) gelagert werden. Falls du sie nach sechs oder zwölf Monaten nicht geöffnet hast, kannst du sie getrost spenden.
Nutze diese Box aber nicht als “Ausrede”, um Entscheidungen heraus zu zögern. Sondern wirklich nur für den Fall, dass du dir bei diesen Dingen nicht sicher bist.

Einen Grund für jedes Teil

Als Hintergrundinformation möchte ich dir kurz das Pareto-Prinzip erklären. Diese 80/20-Regel besagt, dass wir in achtzig Prozent unserer Zeit nur zwanzig Prozent unserer Dinge wirklich benutzen. Wir kommen damit also mit einem Fünftel unserer Besitztümer aus ohne dass wir einen großen Unterschied bemerken würden.
Würden wir also diese wichtigen 20 % erkennen, könnten wir ganz einfach aussortieren.
Sicher kennst du das aus deinem Kleiderschrank. Er ist prall gefüllt, aber wir ziehen immer das Gleiche an. Wir besitzen drei Service aber nehmen immer nur das eine für die Mahlzeiten.

Frage dich beim Ausmisten zu jedem Teil, das du behalten willst, WARUM. Es muss einen guten Grund haben, weshalb es weiterhin in deinem Haushalt bleibt.

Das könnte z. B. sein: Du benutzt es häufig, es erleichtert den Alltag, es ist schön und du erfreust dich daran, es spart Zeit… Es muss also einen positiven Beitrag für dein Leben leisten.

  • Duplikate
    Bei Dingen, die du mehrfach vorliegen hast, vergleiche diese und behalte das beste Stück (z. B. Flaschenöffner).
  • Große Mengen
    Prüfe auch Dinge, die du in großen Mengen gekauft hast wie z. B. Haarklammern, Gummibänder oder Büroklammern. Eine Handvoll davon reicht aus, der Rest kann weg.
  • Einzelstücke
    Sieh dir deine Einzelstücke kritisch an. Wie oft hast du sie im letzten Jahr verwendet / getragen? Vereinfachten sie dein Leben? Wie ist es mit dem Sauber- und Instand halten? Würdest du sie nochmals kaufen oder bei einem Umzug mitnehmen?

Alles hat einen festen Platz

Eine ganz wichtige Regel ist, dass alles in deinem Haushalt einen festen Platz hat. Damit wird verhindert, dass keine verstreuten Dinge Zuhause umherwandern und sich keine Kramecken oder Stapel anhäufen.

Der ideale Platz für einen Gegenstand hängt dabei davon ab, wo du ihn benutzt, wie oft und wie er zugänglich sein muss.

Je nachdem wie oft du ihn benutzt, kann er in deinem „Inneren Zirkel“, dem „Äußeren Zirkel“ oder in der Tiefendeponie Platz finden.

  • Innerer Zirkel
    Dort befinden sich die Dinge, die du regelmäßig benutzt und die deshalb leicht zugänglich sein sollten. Nach dem Pareto-Prinzip sollte der Innere Zirkel die zwanzig Prozent enthalten, die du in achtzig Prozent deiner Zeit benutzt.
  • Äußerer Zirkel
    Dort werden Sachen gelagert, die du seltener benutzt. Stauräume dafür könnten in Wandschränken, Oberschränken etc. sein. Nutze diesen Platz für z. B. Reinigungszubehör, selten getragene Kleidung, Spezialkochtöpfe, Geschenkpapier etc.
  • Tiefendeponie
    In ihr werden Dinge gelagert, die du einmal im Jahr oder seltener benutzt. Die Tiefendeponie befindet sich meist in einem Lagerraum wie Abstellraum, Keller, Dachboden oder Garage. Sie sollte Dinge enthalten wie saisonale Dekorationen, Steuererklärungen etc. Verhindere jedoch, dass die Tiefendeponie zum Lagerplatz von Dingen wird, die nicht mehr in deinen Haushalt passen.

Gewöhne dir an, benutzte Teile immer wieder an ihren vorgesehenen Platz zurückzustellen / -hängen. So vermeidest du, dass sich der Kram wieder ausbreitet. Motiviere auch deine Familienmitglieder oder Mitbewohner dazu das zu tun. Am besten, indem du mit gutem Beispiel voran gehst. Das Verlassen des Raumes ist eine gute Gelegenheit, alle herumliegenden Gegenstände wieder an ihren ursprünglichen Platz zu bringen.

Stelle z. B. Gewürze nach dem Benutzten wieder ins Regal / Schublade wo du sie her hast. Bewahre Schuhe und Jacken an der Garderobe auf. Leite deine Kinder dazu an, ihre Spielsachen vom Boden aufzusammeln bzw. wegzuräumen, wenn die Spielzeit zu Ende ist.

Erfahre mehr im Ausmistkurs

Dies war nur ein erster Einstieg in das Thema “Mit dem Kleiderschrank experimentieren”. In einem meiner Ausmist-Kurse habe ich dafür einen ganzen Thementag reserviert.

Dort werden darüber hinaus folgende Themen behandelt:

  • Halte die Oberflächen frei
  • Lege Module an
  • Setze Grenzen
  • Ein rein – eins raus
  • Schränke dich ein
  • Ordnung erhalten

Mehr Informationen zu meinen Ausmist-Kursen und Termine findest du hier.

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Dein Kommentar

Hast du die 4-Boxen-Strategie schon einmal ausprobiert? In welcher der vier Kisten hast du wohl am meisten drin?

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Claudia Haushaltsfee

Es macht mir großen Spaß, alles mögliche zu organisieren. Nicht alleine, weil mich eine perfekte Struktur glücklich macht, sondern besonders deswegen, weil ich so jede Menge Zeit habe für die Dinge, die mir wirklich Spaß machen. Meine Checklisten und Online-Kurse helfen auch dir im Haushalt – ich habe sie für dich entworfen!

  • Ursula sagt:

    Ich denke, das ist ein guter Weg, aber ob ich das schaffe? Zumindest will ich es versuchen, mal anfangen…

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