Was tun bei Hausstauballergie?

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Niesanfälle, Juckreiz in den Augen, Atemnot und Halsschmerzen – das alles können Beschwerden einer Hausstauballergie sein. Die Hausstauballergie gehört mit zu den häufigsten Allergien. Etwa ein Zehntel der Bevölkerung reagiert sensibel auf den Hausstaub.

Erfahre hier die Ursachen und Auswirkungen der Hausstauballergie und was dagegen gemacht werden kann. Müssen beim Putzen besondere Maßnahmen ergriffen werden, um die Belastung durch den Hausstaub zu reduzieren?

Was ist eine Hausstauballergie?

Der Begriff Hausstauballergie ist ein wenig irreführend, denn tatsächlich reagieren wir nicht auf den Staub selbst allergisch. Eigentliche Verursacher der Allergie sind Milben oder genauer gesagt Milbenkot. Die korrekte Bezeichnung der Allergie ist daher Hausstaubmilbenallergie. Mit dem Hausstaub werden die Bestandteile des Kots in der gesamten Wohnung verteilt. Werden Textilien wie Decken, Handtücher oder Teppiche bewegt, wird der Hausstaub in die Luft gewirbelt und verteilt. Besonders Textilien und Polstermöbeln sind betroffen, zum Beispiel in Matratzen, Bettdecken, Kissen. Deshalb reagieren Allergiker auch verstärkt nachts beim Schlafen. Der Milbenkotot ist zwar harmlos, doch durch eine Überreaktion des Immunsystems ruft er bei den Betroffenen Symptome hervor.

Milben als natürliche Mitbewohner

Milben sind winzig kleine Spinnentierchen. Rund 4.000 Hausstaubmilben befinden sich in einem Gramm Staub. Sie ernähren sich von menschlichen Hautschuppen und Haaren. Jeder Mensch verliert täglich rund 1,5 Gramm an Hautschuppen. Sie gehören damit zu natürlichen Begleitern in menschlichen Behausungen und weisen auf keinen Fall auf Hygienemangel hin. Für die Verbreitung der Milben in den Wohnräumen spielt die Luftfeuchtigkeit sowie die Temperatur eine Rolle. Im Winter, wenn es eher trocken in den Wohnräumen ist, sterben die Milben ab. Von Mai bis Oktober mit steigender Luftfeuchtigkeit vermehren sich die Milben. Optimale Bedingungen für die Milben sind Temperaturen von 25 Grad sowie eine Luftfeuchtigkeit von 70 Prozent. Diese Bedingung ist vor allem in den Betten gegeben. Die Milben scheiden ihren Kot aus, welcher an der Luft trocknet und sich mit dem Hausstaub vermischt. Dieser Kot beinhaltet ein Allergen, auf das das Immunsystem abwehrend reagiert. Die Hausstaubmilben selbst sind harmlos, da sie weder saugen noch beißen noch stechen.

Symptome einer Hausstauballergie

Wer unter einer Hausstauballergie leidet, zeigt häufig ähnliche Symptome wie bei einem Heuschnupfen. Die Augen jucken, sind gerötet und tränen, der Hals ist gereizt und der Betroffene möchte ständig husten, der Kopf schmerzt, die Nase ist andauernd verstopft, es kommt zu heftigen Niesanfällen sowie Halsschmerzen. In schweren Fällen kann sich eine Atemnot entwickeln. Auch die Haut kann allergisch reagieren. Die Allergiker besitzen ein erhöhtes Risiko, ein Asthma bronchiale zu entwickeln.

Histamin als Verursacher der Allergie

Mit jedem Kontakt bildet der Körper Antikörper gegen die Bestandteile im Kot der Hausstaubmilben. Die überschießende Reaktion des Immunsystems wird durch Histamin verursacht. Hierbei handelt es sich um einen Botenstoff in unserem Körper. Eiweiße im Kot der Milbe führen zu einer erhöhten Ausschüttung an Histamin. Der Botenstoff lässt die Blutgefäße weiten, die Schleimhäute schwellen an, die Schleimproduktion wird angekurbelt und er ist Mitspieler bei Entzündungsprozessen. Also Folge dieser Reaktion entstehen die verschiedenen Allergie-Symptome.

Wann leiden die Betroffenen besonders?

Die Symptome sind sehr stark nach dem Schlafen. Dies bedeutet jedoch nicht, dass sich die meisten Milben im Bett aufhalten. Viel mehr Hausstaub findet sich z.B. in öffentlichen Verkehrsmitteln. Es spielt jedoch auch eine Rolle, wie lange der Betroffene den Allergenen ausgesetzt ist. Und nach mehreren Stunden im Bett, haben die Allergene genügend Zeit, um körperliche Reaktionen hervorzurufen. Bei Tätigkeiten wie Ausschütteln von Bettwäsche oder Decken werden die Allergene durch die Luft gewirbelt, so dass dann ein Anfall verursacht werden kann.
Die Allergie verursacht das ganze Jahr Beschwerden. Im jahreszeitlichen Verlauf leiden die Betroffenen jedoch am stärksten im Spätherbst und Winter unter den Symptomen. Die Milben vermehren sich von Mai bis Oktober besonders gut. Wenn im Spätherbst die Luft trockener wird, sterben die Milben in großer Zahl ab und die Eiweiße gelangen in den Hausstaub.

Wer leidet darunter?

In Deutschland leiden zwischen sechs und zwölf Prozent der Bürger an einer Hausstaubmilbenallergie. Jeder kann von einer Hausstauballergie betroffen sein, egal in welchem Alter. Häufig erkranken bereits Kinder oder Jugendliche daran und behalten die Allergie bis ins fortgeschrittene Alter. Besonders bei Kindern mit Hausstauballergie ist die Gefahr groß, an Asthma zu erkranken.

Erkennung einer Hausstauballergie

Falls es häufiger zu einem gereizten Hals oder Husten kommt, sollte bei einem Arzt geklärt werden, ob Allergien vorliegen. Zur Abklärung wird ein Allergietest gemacht, ein sogenannter Prick-Test. Bei diesem Allergietest injiziert der Arzt das Allergen unter die Haut und wartet die Reaktion ab. Bei Allergikern reagiert die Haut innerhalb von 20 Minuten mit Rötungen oder Quaddelbildung. Auch über einen Bluttest kann analysiert werden, ob eine Hausstauballergie vorliegt.

Was kannst du dagegen tun?

Bei einer Hausstauballergie gibt es Methoden, um sofort auf die Symptome zu reagieren, aber vor allem auch für eine längerfristige Behandlung der Allergie.
Antihistaminika oder Glucocorticoid-Mittel, welche die Symptome direkt bekämpfen, können für die kurzfristige Behandlung verwendet werden. Antihistaminika kommen auch bei anderen Allergien, zum Beispiel bei Heuschnupfen, zum Einsatz und lindern den Reiz in den Augen oder im Hals.
Längerfristig kann eine Hyposensibilisierung helfen. Hierbei kommt es nicht zur Linderung der Symptome, sondern die Ursachen sollen bei der Wurzel gepackt werden. Bei einer Hypersensibilisierung wird der Körper unter ärztlicher Aufsicht langsam an die Allergene gewöhnt, er wird für diese sensibilisiert. Dies geschieht durch Tropfen oder auch durch Spritzen. Es ist wie ein Trainingslager für das Immunsystem, welches mit kleinsten Mengen des Allergens konfrontiert wird. Ziel ist es, dass das Immunsystem sich an die Allergene gewöhnt und über die Zeit nicht mehr so stark reagiert. Für die Hyposensibilisierung ist Geduld gefragt, denn dieser Prozess kann sich bis zu fünf Jahre hinziehen.
Neben der Schwächung der körperlichen Reaktion hilft diese Therapie dabei, dass die Atemwegsbeschwerden, welche durch die Allergie hervorgerufen werden, deutlich gemildert werden. Diese Methode sollte auch verwendet werden, um späteres Asthma zu verhindern.

Reduzierung der Belastung durch die Milben

Weitere Methoden zielen darauf ab, die Belastung im häuslichen Umfeld so gering wie möglich zu halten. Dafür muss die Umgebung für die Milben unattraktiv gestaltet werden. Milben mögen keine kalten Räume mit geringer Luftfeuchtigkeit. Daher kann der Hausstaub bereits durch regelmäßiges ordentliches Durchlüften vermindert werden.
Auf sogenannte Staubfänger sollte verzichtet werden. Fliesen oder Laminat als Bodenbelag ohne Teppich ist empfehlenswert. Leder sowie Kunstleder empfiehlt sich bei den Möbeln anstatt Stoffbezüge.

Was ist beim Putzen zu beachten?

Die längste Zeit verbringen wir im Bett und da ist die Wirkung von Hausstaub am stärksten. Daher wird Allergikern empfohlen, die Bettwäsche regelmäßig zu waschen. Diese sollte dann auch bei 60 Grad gewaschen werden. Einmal im Jahr sollte die Matratze gereinigt werden. Für das Bett gibt es spezielle Wäsche, die ein Einnisten der Milben unmöglich macht und somit die Belastung im Bett stark verringert. Das Schlafzimmer sollte auch tabu für Haustiere sein, falls welche gehalten werden. Ebenfalls solltest du dich nicht im Schlafzimmer umziehen und auch dort die Haare nicht kämmen.
Regelmäßiges feuchtes Wischen verringert ebenfalls den Hausstaub. Ein Staubsauger kann mit einem passenden Filter ausgestattet werden. Kleinere stoffliche Gegenstände wie Kuscheltiere oder Kissen können regelmäßig für 24 Stunden in den Gefrierschrank oder in den Trockner gelegt werden. Dies tötet die Milben ab.
Leidet jemand besonders stark unter der Allergie, empfiehlt es sich, bei der Hausarbeit eine Atemschutzmaske zu tragen.

HaushaltsFee-Leserin Daniela fragt:
"Frage......bei meiner Tochter (7 J) wurde eine Hausstauballergie diagnostiziert. Da ich Alleinerziehende bin und auch arbeiten gehe komme ich gerade so mit dem Putzplan durch. Mittlerweile putze ich oft wenn meine Tochter abends im Bett liegt um sie nicht dem durchs putzen aufgewirbelten Staub aus zu setzen. Habt ihr für mich ein paar Tipps wie ich Zeit einsparen könnte und alles Allergiker geeignet wird? Ich halte meinen Haushalt sauber aber ich will nicht meine ohnehin knappe Zeit mit putzen verbringen und nachts staubsaugen und so!"
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mein kinderarzt sagte übertrieben putzen ist blödsinn, machte man früher. alleine allergieauflagen fürs bett reichen und sie soll nicht staubsaugen. das wars. und es reicht. seitdem ist der husten fast verschwunden :) also mach dir keinen stress deshalb

Haber selber Hausstauballergie und sauge meine Wohnung, ohne Probleme zu bekommen. Gegenstände wie Deko wird mit nassen Schwamm geputzt nicht mit Staubtuch

Mein Sohn hatt das auch seit vielen Jahren. Wichtig ist vorallem das bett. Es gibt für Matratze, kopfkissen und bettdecke extra Allergikerbezüge. Die verschreibt der behandelnde Arzt, einfach mal nachfragen. Meinem Sohn hatt das echt gut geholfen. Kuscheltiere auch regelmäßig in die tiefkühltruhe packen und danach waschen. Und keine zu trockene heizungsluft ist wichtig!!!!

hallo daniela.ivh habe seid meinem 2. lebensjahr hausstauballergie also 45 jahre das wichtigste ist die matraze und das du die betten waschen kannst ich mach das 1 mal im monat den matrazenbezug kannst du bei der krankenkasse antrag stellen das ihn bezahlt bekommst sauger ohne beutel no go bei mir.teppiche würde ich nicht entfernen je steriler du das haus hällst desto weniger immunkräfte kann sie gegen staub sammeln.eine salzsteinlampe im schlafbereich lindert auch

Wir haben einen saugroboter. Zum einen arbeitet er, wenn wir nicht daheim sind und zum anderen wirbelt er keinen Staub auf, da er bürstet und nicht saugt. Für mich als Allergiker ideal. Der große Staubsauger kommt nur noch selten zur Grundreinigung zum Einsatz.

Ich weiß vom hautarzt, das es extra Allergiker Bettbezug gib. Und die von der Krankenkasse bezahlt werden... Bis zum 18. Lebensjahr

Ich bin hausstauballergiker und helfen tut, kein Teppich Boden, anti milben spray für die Bett Matratze, mal alle stofftiere durch waschen und gut is ;) übertriebenes putzen hilft nicht. Und sie mit einbinden, damit sie es lernt damit umzugehen und um zu desensibilisieren

Desensibilisieren lassen. Wenn es extrem ist

Nie mit Staubtuch sondern nur mir angefeuchtetem Lappen staubwischen.. Teppiche verhindern das rumfliegen von staubmäuschen etwas, Bettwäsche häufiger als sonst wechseln, Bett nach dem schlafen gut auslüften lassen und nicht gleich machen (wenn das Bett im noch warmen Zustand gemacht wird, freut sich die Milbe).. Bücher von zeit zu zeit draußen gut "ausschütteln", da kann sich auch staub und zelluloseabrieb sammeln..

Hallo Daniela, ich bin der selben Meinung wie Sarah. Bei meiner Tochter wurde es mit 3 festgestellt, sie ist inzwischen 13 und lebt ohne Probleme. Wichtig ist der Matratzenbezug, den kriegst du wahrscheinlich sogar von der Krankenkasse bezahlt. Decke und Kissen ab und zu auf 60 Grad waschen und auch die Kuscheltiere ab und zu so heiß wie möglich waschen. Ansonsten: ja nicht verrückt machen lassen!

Mein Sohn hat auch ne Allergie und seit er die Bezüge für sein Bett hat, ist es wesentlich besser geworden. Ansonsten empfehle ich auch Kuscheltiere in den Tiefkühler und Bettwäsche einmal die Woche wechseln

Mein Sohn hatte in Kinderalter eine,ich gab Bachblüten u alles war gut! Ein Arzt gab mir den Rat nie gleich nach den Baden Pyjama anziehen sondern etwas abdünsten u gut trocknen nie lange baden! Das befolgt er noch immer! Durch die Feuchtigkeit der Haut werden die Hausstaubmilben aktiv!

Meine Tochter hat noch Nosoden gegen Hausstaub bekommen, seit dem ist es fast weg. Saugen nur wenn sie nicht da sind ansonsten nicht verrückt machen. Wenn die Heizperiode anfängt huesteln sie etwas mehr aber nicht in Watte packen ;-)

meine tochter hat auch eine haustauballergie ich putz 3 mal in da woche allerdings da aller bett saugen chauch saugen und so weiter aber úbertreiben is a ned das beste ( jeden tag das volle programm beim putzen )

Ich arbeite noch mit Geranienöl verneble ich und gebe tropfen auf den Stoff! Bringt die HStM zum platzen und so gehts mir gut.

Hab es selber .täglich saugen und wischen mach ich schränke ect alle zwei tage abwischen.beim heizung feuchten tuch drauf .man sollte drauf achten aber zuviel des guten kann auch mach himten losgehen denn dann wird der Körper endfindlicher. Betten beziehe und sauge ich alle zwei tage ab.und staubsauger mit beutel ohme beutel ist bei der reinigung horror wenn man reagiert.

Noch nen kleiner Tipp keinen Staubsauger ohne Beutel die wirbeln auch gern alles Rum, ich musste meinen devil abgeben und habe einen mit Beutel und mache da regelmäßig alles dran sauber seit dem geht es mir besser;-) und ich bin auch net immer am Staub wischen mit zwei kids keine zeit dazu;-) finde deinen Weg, als Mama hat man eig immer den richtigen Riecher;-))))

Vielen, vielen Dank für die Tipps und dass fürs Beruhigen!!!!!! Gute Nacht!

Stimmt, es gibt richtige Allergiebettwäsche. Hilft prima. Mein Sohn und ich haben uns hyposensibilisieren lassen, seit dem ist es weg. Wir hatten allerdings nicht nur ne Hausstauballergie, sondern waren auch gegen Gräser, Pollen, Schimmel etc. allergisch. Wie gesagt, hat beides prima geholfen. 😀

von der Heilpraktikerin fehlte..

Wurde bei meinen Sohn auch vor kurzen diagnostiziert. ..hat ziemlich hohen Wert. ..Teppich musste raus, Matratzenbezüge von Krankenkasse übernommen. .putzen tue ich normal..dadurch das sein zimmer noch renoviert wurde (Latexfarbe) geht es ihn gut

Tiefkühler... teddys etc ah nee das waren milben....

würde mich auch interessieren