Wenn’s auf Reisen geht: Den Koffer packen, aber effektiv!

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Ob Koffer, Reisetasche oder Trolley: Sie alle stehen für die Sehnsucht vieler Deutschen nach einem längst überfälligen Tapetenwechsel während den sogenannten „schönsten Tagen im Jahr“.
Die Deutschen reisen gerne und viel. Im Jahr 2016 waren in Deutschland über 53,4 Millionen Urlaubsreisende insgesamt knapp 1,7 Milliarden Reisetage unterwegs.

Etwas mehr als jeder Dritte packt durchschnittlich einmal im Jahr seine sieben Sachen, rund jeder Fünfte sogar zweimal. Dabei sind gute Planung und Vorbereitung wichtig, um die freie Zeit von Beruf, Stress und Alltag auch wirklich unbeschwert genießen zu können.

Umsichtiges Kofferpacken gehört zu einem Checklisten-Paket dazu und will gelernt sein. Einige Pack-Tipps erläutern, wie das Unternehmen Urlaub perfekt beginnen kann – und Verstautes auch wirklich unversehrt und einsatzbereit am Urlaubsort ankommt.

Leichtes und Empfindliches nach oben

Wer die Grundregel Nummer Eins beherzigt, nach der alles Leichte, Zerbrechliche wie auch Knitterfreie an Wäsche zuletzt in einen Koffer gehören, hat schon viel für ungetrübte Ferienfreude getan. Nämlich die Voraussetzungen dafür geschaffen, dass sämtliche mitgeführten Utensilien auch tatsächlich unversehrt direkt am Urlaubsort einsetzbar sind.

Schichtweises Packen ist gefragt. So gehören Hemden, Blusen, Sakkos oder Blazer grundsätzlich nach oben, schwereres, sperriges Reisegut wie Kulturtasche sowie einzeln in Tüten verpackte Schuhe dagegen nach unten. „Oben“ bedeutet in dem Zusammenhang die Henkelseite des Koffers, „unten“ entsprechend die Seite mit Rollen.

Besonders empfindliche, knitteranfällige Wäscheteile überstehen in Seidenpapier eingeschlagen die Beanspruchungen unterwegs besser und kommen auch noch ansehnlich am Zielort an.

Lücken füllen

Zunächst werden die schwersten und sperrigsten Utensilien am Kofferboden verstaut. Um möglichst wenig an Platz und Stauraum zu verschenken, sind zusammengerollte Socken und T-Shirts bestens dazu geeignet, dabei entstandene Lücken sinnvoll zu füllen.

Unvermeidliche, aber eigentlich nutzlose Zwischenräume werden auf die Weise mit leichter, zusammengerollter Baumwollkleidung gestopft und effektiv genutzt. Und frei von unliebsamen Knitterfalten bleibt die Reisekleidung dabei auch.

Wird mit Socken und T-Shirts das Innenleben empfindlicher Oberbekleidung gestopft, bleiben Blazer und Sakkos besser in Form.

Kleidung zusammenzurollen statt sie zu falten schafft nicht nur größeren Platz, auch bleibt die Kleidung viel faltenfreier als bei der gängigen Stapel-Methode.

Gehen mehr Socken und Unterwäsche als zu stopfende Leerräume auf Reisen, werden sie praktischerweise gleich in den Schuhen verstaut. Und zusammengerollte Gürtel gehören platzsparend in die Hemdkrägen, die so auch besser in Form bleiben.

Weniger ist mehr

Platz und Gewicht sparen heißt die Devise beim cleveren Kofferpacken. Denn einerseits muss ja noch an die Rückreise und eine stille Reserve für manches Urlaubsmitbringsel gedacht werden. Andererseits stellt jedes zusätzliche Kilo im Koffer seinen Träger vor größeren Verlust an Tragekomfort, den es nach Möglichkeit zu vermeiden gilt.

Daher raten Packprofis,

  • leichte Microfaser-Textilien statt schwerer Baumwollkleidung
  • ein E-Book statt schwerem Schmöker
  • praktische Strandkleidung, die universell einsetzbar ist und auch beim Stadtbummel eine gute Figur macht,

auf die Reise mitzunehmen und so wertvollen Platz und teures Gewicht zu sparen.

Ebenfalls ratsam ist es, bei Kosmetikartikeln auf kleine Probiergrößen zu setzen statt des großen Vorratspacks mitzunehmen. Besonders vor dem Hintergrund, dass viele Ferienpensionen und Hotels ihren Gästen ein Sortiment an Körperpflegemitteln vor Ort zur kostenfreien Nutzung und Mitnahme vorhalten, kann ihre Mitnahme unzweckmäßig sein.

Im Zweifelsfall empfiehlt sich, vorab beim Hotel- oder Ferienwohnung-Betreiber nachzufragen, damit Handtücher, Seife, Duschgel und Fön getrost zu Hause gelassen werden können.

Koffer vorher abwiegen

Um gerade am Check-In-Schalter von Billigfluglinien keine unliebsame Überraschung zu erleben, sollte der gepackte Koffer noch zu Hause abgewogen werden, um das geforderte, hier oftmals bescheidene Limit einzuhalten. Dabei sollte immer auch noch eine stille Reserve für Reiseandenken und Souvenirs miteingerechnet werden, die den späteren Rückflug mit antreten sollen.

Im Zweifelsfall kann der Inhalt zu Hause bereits so abgespeckt werden, dass etwa nur so viel an Gels, Cremes und sonstiger Kosmetik auf Reisen geht, wie für die geplante Urlaubsdauer auch wirklich benötigt wird. Dazu werden die Artikel portioniert und die kleinen Restmengen jeweils in einem fest verschließbaren Plastikbeutel abgefüllt.

Ohnehin kann eine kleinere Bevorratung mit jeweils bis zu 100 Millilitern dann ins Handgepäck, und die Platzreserven im Koffer werden somit zusätzlich geschont. Gleiches gilt für Kamera, Laptop oder Tablet, die im Reisekoffer leichter beschädigt werden können und daher nichts im großen Gepäck zu suchen haben.

Sonstige Pack-Tricks ausschöpfen

Reiseprofis vakuumieren ihre Wäsche. Dazu wird das Bekleidungsteil in einem fest verschließbaren Gefrierbeutel luftdicht verschlossen. Das spart zwar nichts an Gewicht, dafür aber umso mehr an Platz. Und garantiert sauber und frisch bleibt sie auch.

Ein weiterer Platzspartipp erfordert mitunter etwas mehr an Arbeit, sprich Überzeugungsarbeit. Denn erfahrungsgemäß muss so ziemlich alles an Spielzeug mit, wenn die Kleinsten mit auf Reisen gehen.
Hier hilft, bei Zeiten eine Vorauswahl an möglichst leichten und kompakten Spielzeugen zu treffen, unter denen die Kinder dann eine begrenzte Anzahl an Favoriten auswählen dürfen.

Im Übrigen trägt die Aussicht auf ein versprochenes Urlaubsgeschenk dabei meist zum wohlwollenden Verständnis der Kleinen bei.

Beim Packen gilt es, auch immer an die Außen- und Seitentaschen zu denken, die mitunter gerne übersehen und vergessen werden. Hier kommen wichtige Details wie etwa Reiseunterlagen, Urlaubslektüre oder Landkarten platzsparend unter.

Ein weiterer Trick unter Packprofis ist, die Wäsche in einem Bündel zusammenzupacken. Dazu werden empfindlichere Kleidungsstücke wie Hemden oder Blusen so gegenläufig aufeinandergelegt, dass die Ärmel übereinanderliegen. Anschließend werden unempfindlichere Jeanshosen oder Jacken in das Bündel-Innere und der Kulturbeutel in der Mitte platziert.

Jetzt bleibt nur noch, alle Kleidungsstücke – angefangen mit dem obersten Kleidungsstück – nacheinander um diesen Kern herumzuwickeln und den Stoff straff genug zu ziehen: Fertig ist das große Kleiderbündel, das jetzt nur noch im Koffer verstaut werden muss.

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