Nachhaltig durch den Alltag: 10 Haushaltstipps

Nachhaltigkeit ist in aller Munde, manchen mag der Begriff schon auf die Nerven gehen. Genau wie der Vegetarismus und der Veganismus, der übertriebene Tierschutz, der Feminismus und die MeToo-Debatte, Klimaschutz und die Diskussion um die Gefahr der Künstlichen Intelligenz. Dennoch sind diese Themen nun einmal die dringlichen Themen unserer Zeit und müssen daher immer und immer wieder neugedacht und jedem Einzelnen ins Gedächtnis gerufen werden. Praktisch ist, wenn man als Einzelperson auf unkomplizierte Weise seinen positiven Teil dazu beitragen kann. Bei der Nachhaltigkeit im Haushalt ist das der Fall. Folgende 10 Tipps solltest Du Dir einmal zugute führen. Letztlich lässt sich damit nämlich nicht nur die Umwelt, sondern oft auch Dein Konto schützen.

1. Elektronische Geräte abschalten

Selbst die kleinsten Veränderungen können, was die Nachhaltigkeit betrifft, schon eine Menge verändern. Sie erfordern nur ein Minimalmaß an persönlicher Bereitschaft, etwas am eigenen Verhalten zu ändern und Gewohnheiten zu durchbrechen. Dazu gehört auch der Umgang mit elektronischen Geräten, die heutzutage den Alltag der meisten Menschen begleiten und auf die man kaum noch verzichten kann: Das Handy, der Computer, vielleicht auch der TV. Das Wichtigste ist, dass Du diese Geräte ausschaltest, sobald Du sie nicht mehr benutzt. Als Faustregel gilt: Bei einer längeren Pause von mehr als einer Stunde, sollte das Gerät ausgeschaltet werden. Und Ausschalten bedeutet Ausschalten und eben nicht, in den Standby-Modus zu fahren. Denn auch dann verbrauchen die Geräte weiterhin Strom. Die beste Lösung: abschaltbare Steckerleisten.

2. Die Heizungen runterdrehen

Natürlich sind Heizungen praktisch und unabdingbar, will man sich nicht gerade in zehn Wollsocken einwickeln und so durch die Wohnung laufen. Dennoch tut man sich und seinem Haushalt keinen Gefallen, wenn man die Heizung durchgehend auf Anschlag hat. Denn jedes Grad mehr, das die Heizung Dir mehr bringt, steigert die benötigte Heizenergie um rund 6%. Wer also seine Heizung beispielsweise von 24 Grad auf die empfohlenen 20 Grad, die als ideale Raumtemperatur gelten, herunterdreht, senkt den Energieverbrauch um 25%. Da freut sich nicht nur die Umwelt, sondern auch Dein Geldbeutel.

3. Wirf weniger Lebensmittel weg

Vielleicht der wichtigste Grundsatz des nachhaltigen Lebens lautet: Bewusster konsumieren, gezielter einkaufen, weniger wegwerfen. Nur das, was tatsächlich gegessen wird, sollte im Haushalt auch in die Küche kommen. Lebensmittel, die erst seit Kurzem abgelaufen sind, sollten ebenfalls nicht sofort im Müll landen; oft sind sie noch einwandfrei. Die aktuelle Lage ist, dass wir Deutschen jedes achte Lebensmittel wegwerfen. Hochgerechnet aufs Jahr sind das insgesamt knapp 6,7 Tonnen Lebensmittel, die im Müll landen. Zeit, daran etwas zu ändern!

4. Bade nicht so oft

Im tiefsten Winter kann das Bedürfnis ein heißes Bad zu nehmen schon einmal alle anderen Bedürfnisse überschatten. Natürlich ist es dann auch völlig in Ordnung, sich einmal eine heiße Wanne einzulassen. Allerdings solltest Du das nicht zu oft tun. Denn bei einem Vollbad verbraucht ein Haushalt rund 140 Liter Wasser. Nimmst Du dagegen nur eine schnelle Dusche von drei bis fünf Minuten, verbrauchst Du nur 60-100 Liter Wasser und sparst damit eine Menge Energie- und Wasserkosten. Diese Kosten lassen sich im Übrigen mit einer Menge weiterer Tipps zum Wassersparen in den vier Wänden senken. Dazu gehören unter anderem die Installation eines Einhängegewichts im Spülrohr der Toilette oder auch die Überprüfung der Energieklasse des Geschirrspülers und deren eventueller Austausch gegen eine effizientere Maschine.

5. Der Kauf des richtigen Putzmittels

Hunderttausende Tonnen Haushaltsreiniger und Geschirrspülmittel werden pro Jahr verkauft. Alle gelangen sie früher oder später in den Abfluss und belasten damit das Wasser und die Umwelt. Wer aber bei der Wahl des Reinigungsmittels sowie bei der Dosierung Acht gibt, trägt seinen Teil zur Nachhaltigkeit bei. Du solltest schauen, ob das Reinigungsmittel auch tatsächlich keine umwelt- oder gesundheitsschädlichen Stoffe enthält. Mehr als einen Allzweckreiniger, ein Handspülmittel, Scheuermilch und ein saures Reinigungsmittel auf der Basis von Zitronensäure braucht es übrigens in keinem Haushalt zu dessen gründlicher Reinigung.

6. Stoff, statt Plastik

Wo wir schon beim Thema kaufen sind: Wenn Du einkaufen gehst, solltest Du Dir keine Plastiktüten mehr geben lassen, sondern den Einkauf in eine mitgebrachte Stofftüte packen (oder Dir eben eine Stofftüte vor Ort kaufen). Auch Obst und Gemüse brauchen oft keine der kleinen Plastiktütchen oder können durch ein mitgebrachtes, geeignetes Netz ersetzt werden.

Übrigens setzen sich sogar große Modekonzerne inzwischen gegen den Plastikwahn ein und geben Plastiktüten nur noch gegen ein kleines Entgelt an Kunden, immerhin ein erster Schritt.

7. Müll richtig trennen

Manchmal hat man das Gefühl, jeder Haushalt trennt den Müll auf seine ganz eigene Art und Weise. Wichtig ist im Grunde auch nur, dass Papier, Plastik und Biomüll separat voneinander entsorgt werden. Restmüll, also etwa Verpackungen mit Essensresten sind im besten Fall zu vermeiden, da sie sich zwischen Plastik- und Biomüll bewegen. Ausspülen hilft, jedoch am besten, wenn Du in Deinem Haushalt so wenig Müll, wie möglich produzierst. Wiederverwertbare Produkte sind Einwegprodukten vorzuziehen, Lebensmittel sind länger haltbar zu machen, statt sie schnell in die Tonne zu werfen, alte Klamotten oder Möbel an andere abzugeben, die sie vielleicht gut gebrauchen können, anstatt sie sofort wegzuwerfen.

8. Auf nachhaltige Kleidung achten

Apropos Klamotten: Achtest Du beim Shoppen darauf, ob etwas schön und billig ist oder ob etwas schön, bezahlbar und nachhaltig produziert ist? Gehörst Du zu ersterer Gruppe, gehörst Du zur großen Mehrzahl der Menschen und musst Dich nicht schämen. Vielleicht musst Du ja einen Haushalt mit mehreren Kindern plus Mann einkleiden und kannst Dir daher keine nachhaltige Mode leisten. Allerdings begehen viele Menschen oft einen Fehlschluss. Denn günstige Mode ist auf Dauer oft nicht rentabler, als gut produzierte, nachhaltige Mode. Diese nämlich sieht oft nach mehrmaligem Waschen auch noch genauso aus, wie vorher und muss nicht ständig nachgekauft werden. Auf Zertifikate, wie Fair Trade & Co. sollte daher, zumindest hin und wieder einmal, geachtet werden.

9. Dichte Deine Fenster und Türen ab

Durch Fenster und Türen entweicht in vielen Haushalten eine Menge Wärme. Durchschnittlich, so wird vermutet, entweichen ganze 27% der zum Heizen verbrauchten Energie durch schlecht abgedichtete Stellen. Um zu überprüfen, ob ein Fenster oder eine Tür wirklich dicht ist, kannst Du eine Kerze an den Rahmen halten. Wenn das Licht flackert, kann weiterhin von außen kalte Luft eindringen. Das solltest Du schleunigst ändern.

10. Trockne Deine Wäsche sparsam

Natürlich ist das Trocknen mit Wäscheklammern die umweltfreundlichste Lösung. Das heißt dennoch nicht, dass Du auf das Trocknen mittels Trockner verzichten musst. Allerdings lässt sich der Energieverbrauch in einem Haushalt minimieren, indem der richtige Trockner gekauft wird. So verbraucht ein Wärmepumpentrockner nur halb so viel Energie wie ein Kondenstrockner, da die Wasserverdunstung eine Menge Strom kostet. Den niedrigsten Stromverbrauch hat die Energieeffizienzklasse A+++, mit der Du beim Kauf eines Haushaltsgerätes nichts falsch machen kannst.

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