Was wäre, wenn Hausfrau ein bezahlter Beruf wäre?

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Dem Dasein als Hausfrau und Mutter haftet ein verstaubtes Image an, etwas antiquiertes, was nicht mehr salonfähig ist. Dies ist ein völlig falsches Image, denn Hausfrau und Mutter ist ein Vollzeitjob. Der Wert ihrer Arbeit ist immens und eigentlich unbezahlbar. Doch was wäre, wenn Hausfrau ein bezahlter Beruf wäre? Wie müsste dieser beziffert werden? Wir wagen uns auf eine Spurensuche und die Ergebnisse sind unglaublich.

wenn-hausfrau-ein-bezahlter-beruf-waere-3Reizvolle Stellenausschreibung

Gesucht wird eine Top-Managerin mit einem hohen Maß an Beweglichkeit, Flexibilität, Achtsamkeit, exzellente Kommunikationsfähigkeit, Allgemeinwissen und Vielseitigkeit. Die Managerin sorgt dafür, dass der ganze Laden namens Familie läuft. Gerne sind Zusatzqualifikationen wie Erzieherin, Coach, Motivator, Krankenschwester, Entertainerin, Köchin, Reinigungskraft, Psychologin und Chauffeurin gesehen. Dies klingt doch nach einer echten Herausforderung? Leider gibt es eine Einschränkung – für diesen Managerin-Posten gibt es keine gesetzlich geregelten Arbeitszeiten, keine Pausen, keine Wochenenden, keine Ferien. Sie arbeitet eigentlich rund um die Uhr an sieben Tagen die Woche, 365 Tage im Jahr. Noch immer interessant? Nein? Obwohl Millionen von Frauen diesen Job machen?

Arbeitstag einer Hausfrau

Die Arbeitstage einer Hausfrau sind durch Routinen geprägt. Sie steht am Morgen mit den Kindern auf, macht sie für die Schule oder den Kindergarten fertig, beseitigt danach das Frühstückschaos, räumt die Kinderzimmer auf, kümmert sich um die Wäsche und kocht das Mittagessen. Am Nachmittag hat sie ein offenes Ohr für die Erlebnisse der Kinder, tröstet sie, muntert sie auf und fährt sie zu den verschiedenen Freizeitaktivitäten. Schlafen die Kinder nachts unruhig, springt sie auf und schaut nach ihnen. Sind die Kinder krank, wacht sie an ihrem Bett. Doch diese Routinen können jederzeit durchbrochen werden, durch Krankheiten, unvorhergesehene Termine oder anderen nicht planbaren Eventualitäten, so dass sie direkt umplanen und neu organisieren muss.
Das Dasein als Hausfrau und Mutter wird bis heute häufig unterschätzt und nicht als berufliche Herausforderung angesehen.

Arbeitszeiten einer Hausfrau

Hast du dir schon mal Gedanken darüber gemacht, wie viel Zeit du für verschiedene Tätigkeiten die Woche investierst? Wir haben versucht, die einzelnen Aufgaben zeitlich zu bemessen.

  • Erzieherin 14 Stunden/ Woche
  • Köchin 14 Stunden/ Woche
  • Facility Managerin 10 Stunden/ Woche
  • Hauswirtschafterin 15 Stunden/ Woche
  • Lehrerin 10 Stunden/ Woche
  • Chauffeurin 10 Stunden/ Woche
  • Managerin 5 Stunden/ Woche
  • Wäschereiangestellte 6 Stunden/ Woche
  • Weitere Tätigkeiten 7,5 Stunden/ Woche

Dabei ergibt sich eine Arbeitszeit von 94,5 Stunden die Woche und einer täglichen Arbeitszeit von 13,5 Stunden. Damit arbeitet sie mehr als ein Arbeitnehmer, der gesetzlich nur acht Stunden arbeiten darf. Bei ihr fehlen zudem die gesetzlichen Ruhezeiten wie 30 Minuten bei bis zu sechs Stunden sowie 45 Minuten bei mehr als neunstündiger Arbeitszeit. Rechnen wir bei der Frau noch die Freizeit hinzu, die bei rund 6,5 Stunden liegt, dann verbleiben ihr nur wenige Stunden Schlaf. Und selbst der wird unterbrochen, wenn etwas mit den Kindern ist.

Was wäre diese Arbeit wert?

Topmanager mit weniger Arbeitszeit als eine Hausfrau erhalten ein Jahreseinkommen im sechsstelligen Bereich. So hoch möchten wir gar nicht greifen. Orientiert an den verschiedenen Einkommen, wenn die Frau diesen Aufgaben beruflich nachkommen würde, hätte sie ein Anrecht auf 4.000 Euro im Monat. Damit könnte sie einen monatlichen Rentenanspruch von 1.400 Euro im Monat erwerben.
Doch leider sieht die Wirklichkeit anders aus. Da eine Hausfrau nie in die Rentenkasse einzahlt aufgrund eines fehlenden Gehaltes, bekommt sie auch keine Rentenpunkte für die Jahre, in denen sie zu Hause war. Es werden zwar Erziehungszeiten anerkannt, doch die sind nur ein Tropfen auf dem heißen Stein. Daher sehen sich die heutigen die Mütter lieber in einer Teilzeitbeschäftigung (zu 59 Prozent), weil sie es sich gar nicht leisten können, kein Geld zu verdienen. 18 Prozent sehen sich als voll berufstätig und nur 14 Prozent würden komplett als Hausfrau und Mutter arbeiten. Dies gibt zu denken übrig.

Hausfrauen, die enorme Arbeit leisten und sich selten über ihr Pensum beklagen, sollte mehr Wertschätzung erhalten. Das antiquierte, verstaubte Image hat nichts zu tun mit der Realität, wo diese Frauen eine wichtige Stütze in der Familie und damit auch in der Gesellschaft sind.

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