Mittags am Familientisch: Schollenfilet, Salzkartoffeln, Erbsen, Möhren und eine leichte Kräutersoße – lecker. Das fand die Familie offensichtlich auch. Ein Blick in Töpfe und Pfannen verschaffte mir Gewissheit: Fisch weg, Gemüse weg, Soße weg. Lediglich ein kläglicher Rest von fünf halben Kartoffeln war übrig geblieben. Und jetzt, einfach wegschmeißen? Auf gar keinen Fall. Das wäre wirklich Frevel. Nicht allein aus moralischen Gründen, sondern weil es schlichtweg Geldverschwendung ist. Aber mit fünf halben Kartoffeln lässt sich doch nichts mehr anfangen, oder etwa doch …? Ganz bestimmt. Denn aus beinahe allen Resten, die beim Essen übrig bleiben, kannst Du mit ein wenig Kreativität etwas Leckeres zaubern.

Daher wanderten auch meine fünf halben Kartoffeln nicht in den Müll, sondern erst einmal abgedeckt in den Kühlschrank. Zum Abendessen holte ich die Schale wieder heraus und begann, die Küche systematisch nach weiteren Zutaten zu durchsuchen. Und siehe da, ich wurde fündig: Zu den Kartoffeln gesellten sich alsbald einige Cocktailtomaten, eine Zwiebel, ein Glas Champignons, die drei letzten Eier sowie eine Packung geräucherter Schinken, dessen Mindesthaltbarkeitsdatum  – ich gestehe es zu meiner Schande – seit zwei Tagen abgelaufen war.
Mithilfe einer Pfanne und etwas Öl wurde aus dem kläglichen Rest Kartoffeln eine herzhafte und selbst kreierte Bauernpfanne mit knusprigen Kartoffelwürfeln und Zwiebelringen, Tomatenstückchen, Champignonscheiben und Schinkenstreifen; und das Ganze garniert mit drei Spiegeleiern, fertig. Die Menge war zwar nicht sehr groß, doch als Zugabe zum Abendbrot konnte sich dieses kleine Gericht sehen lassen. Ein Blick in die Pfanne verschaffte mir erneut Gewissheit: alles weg.

Checkliste Resteküche

Speziell Kartoffeln eignen sich hervorragend zur Resteverwertung. Du kannst sie zum Beispiel braten oder mit etwas Butter zerstampfen. Auch Nudel- oder Reisreste lassen sich prima in der Pfanne weiterverarbeiten. Ist noch etwas Gemüse vorhanden: einfach dazugeben.
Eier sind fast immer eine geeignete Zutat. Und die hat meist jeder im Kühlschrank. So hätte aus meinen fünf halben Kartoffeln anstelle einer Bauernpfanne genauso gut ein Kartoffel-Omelett werden können. Das Gleiche gilt für Käse. Überbacken auf einem getoasteten Graubrot kommt so mancher Spargelrest zu neuen Ehren.
Übrig gebliebenes Fleisch, zum Beispiel vom Braten, kannst Du als Zugabe zum Eintopf geben. Dann weißt Du auch gleich, was Du am nächsten Tag kochen kannst.
Also: Keine Essensreste wegschmeißen und einfach ein wenig kreativ sein. Erlaubt ist, was schmeckt.