Saubere Fenster ohne Schlieren – Methoden und Tipps verständlich erklärt

Ganz egal, wie oft im Haushalt für Durchblick gesorgt werden soll – ob einmal pro Quartal, einmal im Monat oder nur dann, wenn die Glasscheibe langsam ein Milchglasdesign erhält – das Fensterputzen sorgt bei vielen für Falten auf der Stirn. Ganz häufig nämlich scheint es den Putzenden schier unmöglich, saubere Fenster ohne Schlieren zu erhalten. Welche Methoden für einen streifenfreien Durchblick sorgen können, zeigen die folgenden Praxistipps.

Tipp 1: Streifenfreie Fenster mit dem Abzieher

Ein streifenfreies Fenster ist in den meisten Fällen nicht abhängig davon, welche Wundermittelchen ins Wasser gekippt werden. Stattdessen entscheiden die Wassertemperatur und die Schnelligkeit des Fensterputzens darüber, ob sich Schlieren auf den Fenster bilden können. So funktioniert das Fensterputzen mit dem Abzieher:

  1. Ins warme, saubere Wasser kommt zunächst das Reinigungsmittel. Wichtig ist an dieser Stelle die Temperatur des Wassers. Zwischen 30 bis 35 Grad gilt das Wasser als lauwarm. Wärmer sollte es nicht sein, sonst kann die Reinigungswirkung der Putzmittel (vor allem der Mittel mit Ethanol) sich nicht optimal entfalten. Das Reinigungsmittel kommt erst in den gefüllten Putzeimer, sonst entsteht für das Fensterputzen ungünstiger Schaum.
  2. Mit einem sauberen Schwamm, der sich Feuchtigkeit und Reinigungskraft aus dem angesetzten Putzwasser holt, beginnt die Reinigung des Fensters – und zwar bereits jetzt in Schlangenlinien. Um zu verhindern, dass der Schmutz der Fensterrahmen dabei aufs Fensterglas gelangt, ist es ratsam, die Rahmen bereits im Vorfeld zu reinigen. Auch Rollläden sollten im Vorfeld gesäubert werden, wenn dies auf dem Putzplan steht.
  3. Nun kommt der Abzieher zum Einsatz. Dieser beginnt in jedem Fall oben links damit, das Wasser von der Scheibe zu ziehen. Ob der Abzieher vertikal oder horizontal bewegt wird, ist unerheblich. Wichtig ist, dass das Abziehen zügig erfolgt. Nach jedem Zug – der stets von einer Seite zur Gegenüberliegenden geht – wird die Abziehlippe abgetrocknet. So wird verhindert, dass bereits abgezogenes Schmutzwasser wieder auf die Glasscheibe gelangt.
  4. Die Ecken der Scheibe, in die kein Abzieher kommt, werden nach dem Reinigen der Fensterscheibe mit einem Tuch ausgetrocknet.

Für viele ist das zügige Abziehen der Fensterscheibe und das gleichzeitige Auffangen des Schmutzwassers am Fensterrahmen eine Herausforderung. Wer mit einer Arbeitserleichterung liebäugelt, für den wäre ein Fenstersauger vielleicht das Richtige.

Tipp 2: Streifenfreie Fenster ohne Chemie und mit Speziallappen

Die Speziallappen, die viele zum Fensterputzen im Haushalt haben, – also beispielsweise Fensterleder oder ein spezielles Fenstertuch aus Mikrofaser – sind eine beliebtes Alternative bei alle jenen, die ohne Abzieher oder Fenstersauger für streifenfreien Durchblick sorgen wollen. Eine Einschränkung für den Einsatz des Fensterleders gibt es allerdings, denn: Fensterleder und auch Mikrofasertücher sind gute Optionen, wenn die Scheibe nur wenig verschmutzt ist. Befindet sich das zu reinigende Fenster an der Wetterseite eines Hauses und wird darüber hinaus nur zum Saisonwechsel gereinigt, haben diese beiden natürlichen Putzvarianten zu wenig Kraft, um den Schmutz zu beseitigen. Das liegt nicht etwa an ihrer ureigenen Eigenschaft, sondern daran, dass bei der Benutzung von Fensterleder oder Mikrofasertüchern keine Reinigungsmittel verwendet werden dürfen. Dafür funktioniert die Reinigung (bei Viel-Putzern) so einfach:

  1. Das Fensterleder, das mitnichten störrisch ist wie Leder sonst durchaus sein kann, kommt komplett in den Putzeimer mit warmem Wasser. Einen Putzmittel-Zusatz braucht es nicht.
  2. Mit dem vollgesaugten, ausgewrungenen Fensterleder wird nun das Fenster geputzt. Da sich der Schmutz nun im Leder befindet, muss dieses gründlich ausgewaschen und anschließend trocken gewrungen werden.
  3. Nun kann es zum Trocknen des Fensters verwendet werden, da das Material darauf ausgelegt ist, Wassertropfen am Fenster schnell aufzunehmen.

Um Putz-Tipp 1 und 2 miteinander kombinieren zu können, besteht die Möglichkeit, auch ein mit dem Abzieher gereinigtes Fenster mit Fensterleder zu bearbeiten. Dann dient der spezielle Fenster-Putzlappen dazu, die Scheibe auf Hochglanz zu polieren und die letzten Tröpfchen zu beseitigen, die sonst nämlich als Wassertropfen oder Schlieren zurückbleiben würden.

Tipp 3: Die Rahmenbedingungen müssen stimmen

Da die Fensterreinigung sowohl mit Abzieher, Fenstersauger, Fensterleder oder Mikrofasertuch gelingen oder misslingen kann, ist es wichtig, einen Blick auf die Rahmenbedingungen zu werfen – bevor das jeweilige Putzinstrument verteufelt wird.

Diese Grundregeln sind beim Fensterputzen essentiell:

  • Wasserhärte. In einer Region, in der das Wasser aus der Leitung sehr kalkhaltig ist, ist es ratsam, mit destilliertem Wasser die Fenster zu putzen. Das verhindert, dass etwaige Kalkrückstände sich auf der Scheibe abzeichnen. Im Schnitt liegt die Wasserhärte in Deutschland bei einem Wert von 16,384, allerdings gibt es starke regionale Unterschiede: In Bremen liegt die Wasserhärte bei 8, in Sachsen-Anhalt bei 24.
  • Wassersauberkeit. Der Putzeimer sollte immer sauberes Wasser enthalten. Andernfalls ist es schier unmöglich, mit dem Putzlappen die Fensterscheibe sauber zu wischen. Die überlieferte Faustregel lautet, dass nach drei Fenstern das Wasser zu wechseln sei. Allerdings kann diese pauschale Aussage auch total falsch sein, denn letztlich entscheidet auch der Verschmutzungsgrad der Fenster darüber, wie oft frisches Wasser in den Eimer laufen soll. In diesem Zusammenhang ist es auch sinnvoll, die in der Regel weniger verdreckte Fenster-Innenseite zuerst zu putzen und erst dann die Reinigung von außen vorzunehmen.
  • Putzwetter. Herrlichster Sonnenschein bringt schmutzige Fenster so richtig zur Geltung. Allerdings ist es dann falsch, direkt zum Fensterputzen überzugehen – außer das eigene Fensterputzverhalten ist rasant schnell. Bereits beim ersten Tipp wurde das zügige Abziehen des nassen Fensters empfohlen. Unter Sonneneinstrahlung reicht das zügige Abziehen allerdings längst nicht mehr, denn das Wasser trocknet noch schneller auf der Scheibe.

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