Was tun bei Hausstauballergie?

Niesanfälle, Juckreiz in den Augen, Atemnot und Halsschmerzen – das alles können Beschwerden einer Hausstauballergie sein. Etwa ein Zehntel der Bevölkerung reagiert sensibel auf Hausstaub.
Müssen beim Putzen besondere Maßnahmen ergriffen werden, um die Belastung durch den Hausstaub zu reduzieren? Erfahre hier die Ursachen und Auswirkungen der Hausstauballergie und was du dagegen tun kannst.

Hausstauballergie: Was ist das?

Der Begriff Hausstauballergie ist ein wenig irreführend, denn tatsächlich reagieren wir nicht auf den Staub selbst allergisch. Sondern auf Milben oder genauer gesagt Milbenkot. Die korrekte Bezeichnung der Allergie ist daher Hausstaubmilbenallergie.

Mit dem Hausstaub werden die Bestandteile des Kots in der gesamten Wohnung verteilt. Bewegst du Textilien wie Decken, Handtücher oder Teppiche, wirbelst du den Hausstaub in die Luft und verteilst ihn. Besonders Textilien und Polstermöbel wie Matratzen, Bettdecken und Kissen sind betroffen. Deshalb reagieren Allergiker auch verstärkt nachts beim Schlafen. Milbenkot ist zwar harmlos, doch durch eine Überreaktion des Immunsystems ruft er bei den Betroffenen Symptome hervor.

Symptome

Wer unter einer Hausstauballergie leidet, zeigt häufig heuschnupfenähnliche Symptome. Die Augen jucken, sind gerötet und tränen, der Hals ist gereizt und der Betroffene möchte ständig husten. Der Kopf schmerzt, die Nase ist andauernd verstopft, es kommt zu heftigen Niesanfällen sowie Halsschmerzen. In schweren Fällen kann sich eine Atemnot entwickeln. Auch die Haut kann allergisch reagieren. Allergiker besitzen ein erhöhtes Risiko, ein Bronchialasthma zu entwickeln.

Falls es häufiger zu einem gereizten Hals oder Husten kommt, kläre mit einem Arzt, ob eine Allergie vorliegt. Beim sogenannten Prick-Test injiziert der Arzt das Allergen unter die Haut und wartet die Reaktion ab. Bei Allergikern reagiert die Haut innerhalb von 20 Minuten mit Rötungen oder Quaddelbildung. Auch über einen Bluttest kannst du analysieren lassen, ob eine Hausstauballergie vorliegt.

Wer leidet darunter?

In Deutschland leiden zwischen sechs und zwölf Prozent aller Bürger an einer Hausstaubmilbenallergie. Häufig erkranken bereits Kinder oder Jugendliche daran und behalten die Allergie bis ins fortgeschrittene Alter. Besonders bei Kindern mit Hausstauballergie ist die Gefahr groß, an Asthma zu erkranken.

Jahreszeitliche Unterschiede

Auch wenn die Symptome nach dem Schlafen sehr stark ausfallen, bedeutet dies jedoch nicht dass sich die meisten Milben im Bett aufhalten. Viel mehr Hausstaub findet sich z.B. in öffentlichen Verkehrsmitteln. Es spielt jedoch auch eine Rolle, wie lange der Betroffene den Allergenen ausgesetzt ist. Und nach mehreren Stunden im Bett, haben diese genügend Zeit, körperliche Reaktionen hervorzurufen.

Milben vermehren sich von Mai bis Oktober besonders gut, sterben aber in großer Zahl ab, wenn die Luft trockener wird. Die Allergie verursacht das ganze Jahr Beschwerden, jedoch leiden die Betroffenen im Spätherbst und Winter am stärksten unter den Symptomen, da die Eiweiße dann verstärkt in den Hausstaub gelangen.

Hausstauballergie: Ursachen

Hausstaubmilben

Milben sind winzig kleine Spinnentierchen. Rund 4.000 Hausstaubmilben befinden sich in einem Gramm Staub. Sie ernähren sich von menschlichen Hautschuppen und Haaren. Jeder Mensch verliert täglich rund 1,5 Gramm an Hautschuppen. Sie gehören damit zu natürlichen Begleitern in menschlichen Behausungen und weisen auf keinen Fall auf Hygienemangel hin.

Für die Verbreitung der Milben in den Wohnräumen spielt die Luftfeuchtigkeit sowie die Temperatur eine Rolle. Optimale Bedingungen für Milben sind Temperaturen um 25 Grad sowie eine Luftfeuchtigkeit von 70 Prozent. Diese Bedingung ist vor allem in den Betten gegeben. Milben scheiden ihren Kot aus, welcher an der Luft trocknet und sich mit dem Hausstaub vermischt. Dieser Kot beinhaltet ein Allergen, auf das das Immunsystem abwehrend reagiert.

Hausstauballergie behandeln

In jedem Fall ist in erster Linie immer ein Arzt aufzusuchen. Antihistaminika oder Glucocorticoid-Mittel, welche die Symptome direkt bekämpfen, können für die kurzfristige Behandlung verwendet werden. Antihistaminika kommen auch bei anderen Allergien, zum Beispiel bei Heuschnupfen, zum Einsatz und lindern den Reiz in den Augen oder im Hals.

Längerfristig kann eine Hyposensibilisierung helfen.

Hausstauballergie vorbeugen

Luftfeuchtigkeit und Temperatur

Du solltest versuchen, die Belastung im häuslichen Umfeld so gering wie möglich zu halten. Dafür musst du die Umgebung für die Milben unattraktiv gestalten. Milben mögen keine kalten Räume mit geringer Luftfeuchtigkeit. Daher kannst du die Belastung bereits durch regelmäßiges ordentliches Durchlüften vermindern. Auf Staubfänger solltest du verzichten.

Milben im Schlafzimmer

Die längste Zeit verbringen wir im Bett und da ist die Wirkung von Hausstaub am stärksten. Daher solltest du die Bettwäsche regelmäßig und bei 60° waschen. Allergiker-Bettwäsche ist speziell verarbeitet. Bei dieser Synthetikwäsche können sich Milben in den Stoffen nicht festsetzen. Zudem werden bei der Herstellung keine allergenen Stoffe verwendet, so dass ein gereizter Körper in der Nacht Ruhe findet.

Einmal im Jahr solltest du auch den Matratzenbezug und die Matratze reinigen. Das Schlafzimmer sollte zudem tabu für Haustiere sein, ebenfalls solltest du dich im Schlafzimmer weder umziehen noch dort die Haare kämmen.

Milben im Wohnzimmer

Ein weiterer Raum mit hohem Potential für die Vermehrung von Milben ist das Wohnzimmer mit seinen Sesseln und Sofas. Bei jeder Bewegung verliert der Körper abgestorbene Hautschuppen, welche sich in den Ritzen ansammeln und ein Festmahl für die Milben liefern. Um dem entgegenzuwirken, solltest du auf eine Polstercouch verzichten und lieber eine Ledercouch anschaffen. Bei Sofakissen solltest du zu Synthetikkissen ohne Federfüllung greifen. Ein regelmäßiges Absaugen der Sitzmöbel ist wichtig.

Was ist beim Putzen zu beachten?

Regelmäßiges feuchtes Wischen verringert den Hausstaub. Den Staubsauger kannst du mit einem passenden Filter ausstatten. Kleinere stoffliche Gegenstände wie Kuscheltiere oder Kissen kannst du hin und wieder für 24 Stunden in den Gefrierschrank oder in den Trocknerlegen, um die Milben abzutöten. Leidest du besonders stark unter der Allergie, empfiehlt es sich, bei der Hausarbeit eine Atemschutzmaske zu tragen.

Dein nächster Schritt: Organisiere deinen Haushalt mit Checklisten. Wähle aus über 20 kostenlosen PDF-Downloads

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Hausstauballergie Tipps für Schlafzimmer und Wohnzimmer

Dein Kommentar

Hast du schon einen der genannten Tipps bei Hausstauballergie ausprobiert? Bitte berichte mit einem Kommentar.

Der Beitrag ist am 19. November 2015 erschienen.

  • Ich finde diesen Artikel sehr interessant. Auch habe ich die Erfahrung gemacht, dass tägliches gut durchlüften der Bettdecke, hilft die Milben zu reduzieren. Hast du dazu schon Erfahrungen gemacht? Oder was empfiehlst du zum Thema Betten lüften? Würde mich über einen Artikel darüber sehr freuen!

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